Auswanderung aus dem Banat Drucken
Kurzmeldungen - Aus der Redaktion
Autor: GLM-Admin   
Samstag, 23.10.10 - 06:23 Uhr

Auf der Suche nach meinen Wurzeln bin ich auf die Webseite "Banater Aktualität" gestoßen und dort auf eine Geschichte, die mir nur allzu bekannt ist.

In vier Kapiteln beschreibt Anton Zollner eine typische Auswanderung aus Rumänien in die neue Heimat.

Die Geschichte beginnt an der rumänisch-ungarischen Grenze im Zollamt bei Curtici (ausgesprochen Kurtitsch) in Rumänien, wo man die ersten Schikanen über sich ergehen lassen musste. Schließlich war man ja Staatenloser und Freiwild für die Bosheiten und Gaunereien der Zollbeamten.

Dann war die Ankunft im Mutterland doch nicht so mit offenen Armen, wie man sich das vorgestellt hatte. Bei der Ankunft wurde man als Menschen zweiter Klasse behandelt und man fühlte sich wie ein Eindringling im Land der eigenen Vorfahren.

Auch die Eingliederung dauerte ewig, das Arbeitsamt bemühte sich um Verlängerungen des Arbeitslosengeldes, um Umschulungen, aber kaum um Arbeit.

Zollner nahm das Schicksal in die eigene Hand und hatte ein paar Monate später Arbeit und bald danach auch "eine wunderschöne bayerische Wahlheimat", wie er sie selbst bezeichnet.

Die niedergeschriebene Geschichte ist so typisch für die meisten Auswanderer aus Rumänien. Meine Geschichte ähnelt dieser auch in vielen Punkten. Es sind schon über 30 Jahre her und ich hatte einiges vergessen oder verdrängt, aber das Lesen dieser Geschichte hat viele Erinnerungen in mir wachgerüttelt.

Auch ich musste mein Schicksal in die eigenen Hände nehmen, sonst würde ich noch heute in irgendeinem Umschulungsprogramm des Arbeitsamtes sitzen. Dazu aber ein andermal.

Aktualisiert: Freitag, 25.03.11 - 22:47 Uhr